Gothica

GothicRock








Gothic Rock

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Gothic Rock
Entstehungsphase:

späte 1970er Jahre
Herkunftsort:

Westeuropa
Musikstilistische Vorläufer
Punk Rock · Psychedelic Rock · Glam Rock
Genretypische Instrumente
E-Gitarre · E-Bass · Schlagzeug · Drumcomputer
Der Gothic Rock, häufig auch nur als Gothic bezeichnet, ist ein Stil der Rockmusik, der Ende der 1970er Jahre aus dem Post-Punk-Umfeld hervorging und in den 1980er und frühen 1990er Jahren innerhalb der Dark-Wave-Bewegung populär war. Aufgrund seiner zahlreichen Verwurzelungen im Punk-, Glam- und Psychedelic Rock sind die Ausdrucksformen mannigfaltig. Stilprägend für das Genre waren Bands wie Bauhaus, Siouxsie & The BansheesThe Sisters of Mercy. oder die frühen
Zwischen 1994 und 1998 starb der Gothic Rock – bis auf wenige Künstler – nahezu vollständig aus.[1][2][3] Er erlebte jedoch nach der Jahrtausendwende ein Revival, das sich durch starke Verschränkungen zum amerikanischen Death Rock äußert.
Der Gothic Rock provozierte zu Beginn der 1980er die Entwicklung der Gothic-Kultur.
Inhaltsverzeichnis
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1 Stilistische Merkmale
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2 Geschichte
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2.1 Vordenker und Einflussfaktoren
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2.1.1 Die 1960er Jahre
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2.1.2 Die 1970er Jahre
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2.2 Ursprung und Weiterentwicklung
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2.3 Entstehungsgeschichte nach Ländern
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2.3.1 Großbritannien und Irland
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2.3.1.1 Erste Generation (1979-1986)
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2.3.1.2 Zweite Generation (1987-1997)
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2.3.2 Vereinigte Staaten
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2.3.3 Deutschland
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3 Bedeutende Vertreter
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4 Einfluss
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5 Anmerkungen zum Begriff
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5.1 Ursprung
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5.2 Etablierung
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6 Quellen
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7 Literatur
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8 Siehe auch

Stilistische Merkmale
Der Gothic Rock ist durch sein Bass- und Gitarrenspiel und seiner – in der Regel mit elektronischen Sound-Effekten unterlegten – Klangfarbe gekennzeichnet, zahlreiche Gothic-Rock-Songs sind psychedelisch geprägt. Typische Effekte sind Flanger, Delay (Verzögerung) oder Reverb (Hall-Effekte), meistens in Zusammenspiel mit warmen Overdrive- oder klaren Gitarren-Sounds (so genannte „moody slide guitars“). Dies kann man vor allem bei Bands wie Bauhaus, Siouxsie & The Banshees, The Cure und den Frühwerken der Cocteau Twins und der Sisters of Mercy hören. Viele der frühen Gothic-Songs fußen auf der Spielweise des Punk. Sie verwenden jedoch klare Melodiebögen und verzichten dabei auf den permanenten Einsatz ganzer Akkorde.
Gothic Rock ist ein semitonal bedingter Musikstil, das heißt, er lebt vorrangig durch den Einsatz von Halbtönen und wird üblicherweise im Moll (ÄolischerPhrygischer Modus) gespielt. Aber auch Tonarten in Dur sind präsent. Die Bassgitarren werden zumeist heruntergestimmt, um einen tiefen, dunklen bzw. schweren Klang zu erzeugen und damit den gewünschten Effekt zu erzielen. Im Kontrast hierzu werden häufig mit einer E-Gitarre hohe Töne angeschlagen oder gezupft (so genanntes „picking“). Eine Besonderheit hierbei ist die Verwendung der Bass-Gitarre als ein der E-Gitarre gleichwertiges Musikinstrument. Bei einigen Gothic-Rock-Songs steht sie auch als führendes Instrument im Vordergrund. Ein weiteres markantes Merkmal ist in diesem Zusammenhang die Anwendung der Slide-Gitarren-Technik, so unter anderem bei „Hollow Hills“ von Bauhaus. Charakteristisch ist zudem der Einsatz einer Rhythm-Box bzw. eines Drumcomputers, wie ihn Bands wie The Sisters of Mercy, Clan of Xymox, The Garden of Delight oder Lady Besery’s Garden nutzten.oder
Seit den 1990er Jahren wurde verstärkt versucht, durch Mehrspuraufnahmen und mithilfe der Overdubbing-Technik einen breiteren und volleren Klang zu erzeugen. Dabei werden die Einzelspuraufnahmen eines Musikinstruments mehrfach übereinandergelegt und teilweise so ineinander geschoben, dass eine Wall of Sound entsteht, wie sie speziell bei der Musik US-amerikanischer Gothic-Rock-Bands wie Mephisto Walz oder Trance to the Sun zur Geltung kommt, aber auch bei britischen Bands wie Vendemmian (u. a. auf deren Album „Transition“) zu hören war.
Die Standardbesetzung einer Gothic-Rock-Band beschränkt sich zumeist auf Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug bzw. Drumcomputer. Auf einen zweiten Gitarristen – wie er beispielsweise im Metal zum Einsatz kommt – wird nicht selten verzichtet. Viele Gothic-Songs befassen sich mit den Gothic Novels (unter anderem Edgar Allan Poe)[4] und späterer Horrorliteratur (H. P. Lovecraft, besonders mit dem Cthulhu-Mythos)[5], aber auch philosophischen, politischen, gesellschafts- und medienkritischen Themen.
Geschichte
Vordenker und Einflussfaktoren
Als wichtige Vorläufer und Hauptinspirationen der Gothic-Musik sind David Bowie, The Doors, The Velvet Underground und die Rolling Stones[6] sowie die Künstler Lou Reed, Iggy Pop und Nico, aber auch Leonard Cohen zu nennen.
Die 1960er Jahre
Bereits 1967 veröffentlichte die amerikanische Psychedelic-Rock-Band The Doors ihr gleichnamiges Debüt, das sowohl thematisch als auch lyrisch der später als Gothic betitelten Musik ähnelte. Tatsächlich waren The Doors bereits 1967 die erste, als Gothic Rock titulierte Band.[7] Künstler wie Siouxsie Sioux (Siouxsie & The Banshees), Ian Curtis (Joy Division) und Ian Astbury (The Southern Death Cult) zählen sie zu ihren Einflüssen. Es sollte jedoch noch über ein Jahrzehnt vergehen, bevor der Begriff Gothic Rock im britischen Raum an Bedeutung gewann.
Etwa gleichzeitig erschien das erste Album der von Andy Warhol unterstützten, experimentellen Rockband The Velvet Underground, die sich ebenso wie die daran mitwirkende Solistin Nico für Bands wie Siouxsie & The Banshees oder Bauhaus als wegweisend erwies. Besonders die ursprünglich für nur einen Auftritt gegründete Band Siouxsie & The Banshees bezogen sich auf Andy Warhol, vor allem auf seine Idee der 15 Minuten Ruhm.[8] Nico selbst lieferte mit den als düster und selbstzerstörerisch empfundenen Solowerken „Marble Index“ (1969) und „The End“ (1973) verschiedenen Gothic-Bands ein nachhaltig beeinflussendes Vorbild.
Als weitere Quelle der Inspiration werden stellenweise The Rolling Stones genannt. So coverte unter anderem die Gothic-Rock-Band Mephisto Walz den Song „Paint It, Black“ unter dem Titel „Painted Black“.
Weitere Einflüsse thematischer und visueller Art zogen Gothic-Künstler wie Bauhaus und Siouxsie & The Banshees aus B-Horror-Movies, wie den Hammer-Filmproduktionen.[9][10] Auf ihren Konzerten ließen sich Bauhaus häufig von am Boden befestigten Scheinwerfern anstrahlen und verwendeten ansonsten reduziertes Licht, um denselben Effekt zu erzielen, wie er in den Gruselfilmen der 1960er Jahre zum Einsatz kam.[11]
Die 1970er Jahre
Die frühen 1970er Jahre wurden durch die Glam-Rock-Ära eingeleitet, deren bedeutendste Vertreter Davie Bowie, T. Rex und The Sweet waren. Gothic-Bands wie Specimen und Bauhaus fanden im Glam Rock Anregungen für die Produktion eigener Songs – letztere nutzten für ihren Titel Bela Lugosi’s Dead sogar ein verlangsamtes Gitarrenriff von Gary Glitter[12] und coverten anschließend zwei Glam-Rock-Titel: Ziggy Stardust von David Bowie und Telegram Sam von T. Rex. Einige Glam-Rock-Bands fanden später den Weg auf die Playlists des Londoner Batcave-Club.
Im Jahre 1976 veröffentlichten The Doctors of Madness mit dem Album „Late Night Movies, All Night Brainstorms“ als eine der ersten Bands eine Mixtur aus Punk und Glam Rock, die damals zwar erfolglos blieb, den Sex Gang Children oder Alien Sex Fiend jedoch musikalisch wie auch visuell einige Grundideen vorweg nahm. Kurzzeitiges Mitglied der Doctors of Madness war David Letts alias „Dave Vanian“, der auch mit seiner Punk-Band The Damned Maßstäbe setzte und bereits in der zweiten Hälfte der 1970er in seinem Vampir-Outfit für Aufsehen sorgte:

„Schon lange bevor es einen klar definierten Gothic-Look gab, kamen Fans zu unseren Konzerten, die wie Dave angezogen waren. [...] Bei anderen Bands waren Sicherheitsnadeln, Gespucke und Bondage-Hosen angesagt, aber wenn man zu einer The-Damned-Show ging, dann stand der halbe städtische Friedhof vor der Bühne.[13]“
– (Brian James, britischer Musiker und Gitarrist von The Damned)

Auch musikalisch inspirierten The Damned eine Reihe von Bands, wie The Deep Eynde, Ex-Voto oder Stone 588, die später im Gothic-Umfeld Bekanntheit erlangten.
1977 ebneten Iggy Pop und erneut David Bowie mit den in Kooperation entstandenen Werken „Low“ (David Bowie) und „The Idiot“ (Iggy Pop) der späteren Musik-Szene den Weg. Besonders Iggy Pops „The Idiot“ wurde von Joy Division, Bauhaus, Siouxsie & The Banshees und The Sisters of Mercy als das für den eigenen Werdegang prägende musikalische Werk bezeichnet.[14]
Ursprung und Weiterentwicklung
Als Gothic Rock bezeichnet man einen dem Post-Punk-Umfeld entwachsenen Musikstil, der Einflüsse aus dem Glam- und Psychedelic Rock aufweist. Dieser Stil entstand Ende der 1970er Jahre in England in der allgemeinen Tendenz der damaligen Punk-Szene, sich in neue Genres aufzuspalten.[15]Bauhaus, Siouxsie & The Banshees oder The Sisters of Mercy. Viele dieser Bands veröffentlichten jedoch zunächst keine reinen Gothic-Alben. Die Übergänge vom Post-Punk zum Gothic waren stark fließend, innerhalb eines Albums wurden noch unterschiedliche Stilformen miteinander verknüpft.[16] Auch ein Stilwechsel innerhalb eines Titels stellte keine Seltenheit dar. In erster Linie waren es die Hits, die den Gothic Rock zu einem eigenständigen Genre formten, so beispielsweise The Passion of Lovers, Bela Lugosi’s Dead und She’s in Parties von Bauhaus; Spellbound, Arabian Knights und Cascade von Siouxsie & The Banshees oder Alice, Marian und Temple of Love von den Sisters of Mercy. Insbesondere der Track Bela Lugosi’s Dead gilt heute als der erste Gothic-Rock-Song in der Geschichte.[17] Impulsgeber dieser Zeit waren Bands wie
Der frühe Gothic Rock, der aufgrund seiner Wurzeln im Post Punk auch als Gothic Punk tituliert wird, ist vielen Hörern unter der Bezeichnung „Batcave“ vertraut, benannt nach einem Londoner Nachtclub, der als Wiege der Gothic-Szene in England gilt. Das US-amerikanische Pendant des „Gothic Punk“ ist der Death Rock, obgleich beide Spielarten stilistisch nicht miteinander identisch sind. Dies liegt insbesondere an den Hard-Rock-Einflüssen, die der Death Rock von Beginn an mit sich führte. Dem frühen Gothic hingegen sind diese Einflüsse prinzipiell fremd.
Ab der Mitte der 1980er Jahre löste sich der Gothic Rock zunehmend von seinen Post-Punk-Wurzeln, bedeutende Vertreter des Genres, wie beispielsweise Bauhaus, gingen getrennte Wege. Während dieser Zeit trat der Psychedelic Rock als tragendes Element deutlicher hervor. Daneben gab es einige Künstler, wie Fields of the Nephilim, die sich dem Hard Rock der späten 1970er Jahre annäherten. Diese Spielweise erlebte ihre Blütezeit in den frühen 1990ern, als Musikgruppen wie Love Like Blood, Two Witches, Rosetta Stone oder Dronning Maud Land versuchten, in die Fußstapfen ihrer Idole zu treten. Fields of the Nephilim selbst rutschten seit ihrer Debüt-Veröffentlichung „Burning the Fields“ und unter Beeinflussung durch Gruppen wie Motörhead[18] stufenweise in das Hard-Rock-Umfeld. Spätestens auf dem 1990er Werk „Elizium“ waren sämtliche gothic-typischen Stilmerkmale, wie sie auf Tracks wie Secrets, Darkcell, The Sequel, Laura oder Trees Come Down noch zu hören sind, verschwunden.
Der Einfluss durch Motörhead findet sich auch bei den Sisters of Mercy wieder, die gleichzeitig mit „Vision Thing“ ein relativ hard-rock-lastiges Werk veröffentlichten, bevor sie zusammen mit den Fields of the Nephilim aus dem Rampenlicht traten. Ihren Leitfiguren folgend, kehrten in den Jahren 1994 bis 1997 zahlreiche Bands dem Gothic Rock den Rücken und richteten ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf Genres wie Synth Rock oder Gothic Metal. Demgegenüber ließ das Interesse am Gothic Rock seitens des Publikums merklich nach, sodass etliche Newcomer-Bands über den Demo-Status kaum hinauskamen und aufgrund fehlender Plattenverträge ihre Aktivitäten schließlich einstellten.

„Letzten Endes ging Gothic unter wie ein sinkendes Schiff, nur unter verkehrten Bedingungen. Der Kapitän und die Crew gingen zuerst von Bord, während ihnen die Passagiere und die Ratten nur zögernd folgten. Als die Schwimmwesten zum Einsatz kamen, war nur noch eine Hand voll blinder Passagiere an Bord, und die wussten nicht einmal, welchen Kurs das Schiff eingeschlagen hatte. Also drehten sie den Bug entgegengesetzt zur Sonne und ließen die Gezeiten den Rest erledigen.[19]“
– (Dave Thompson)

Mit der wachsenden Popularität des Gothic Metal wurde der Gothic Rock Ende der 1990er nahezu vollständig aus den Augen der Öffentlichkeit verdrängt und von den Medien nur noch begrenzt wahrgenommen.
Entstehungsgeschichte nach Ländern
Großbritannien und Irland
Erste Generation (1979-1986)
Als Initiatoren des Gothic Rock gelten speziell Siouxsie & The Banshees und Bauhaus. Zusammen mit Gruppen wie Joy Division entwickelten sie etwa 1979 den Prototypen für das, was in der ersten Hälfte der 1980er Jahre zu einem eigenständigen Musikstil heranwuchs.
Die Alben von Siouxsie & The Banshees, die zwischen 1979 und 1983 den Markt eroberten, nahmen deutlich Einfluss auf die Entstehung der Gothic-Rock-Bewegung. Das 1979er Album „Join Hands“, das Siouxsie Sioux selbst als „gothic“ umschreibt, stellt hierbei den Übergang vom Post-Punk zum Gothic Rock dar. Besonders das vierte Werk „Juju“ besitzt alle nötigen Stilelemente und gilt als „unanfechtbarer Archetyp“[20] für das Gothic-Genre. Zahlreiche nachfolgende Gruppen, wie die Cocteau Twins (Schottland), Skeletal Family (England), Mephisto Walz (USA), Corpus Delicti (Frankreich) oder Stone 588 (USA), berufen sich auf die Musik der „Banshees“. Nach Veröffentlichung ihres Live-Doppel-Albums „Nocturne“ (1983) ließen Siouxsie & The Banshees ihre Gothic-Phase hinter sich.
Die Gruppe Bauhaus startete 1979 mit ihrer Single Bela Lugosi’s Dead – ein improvisierter, live im Studio eingespielter Song, der es dennoch schaffte, am 26. Januar 1980 in die britischen Independent-Charts einzusteigen und heute zu den Klassikern des Genres zählt. Beeinflusst durch Glam-Rock-Größen wie David Bowie und T. Rex und speziell mit dem Album „Mask“ von 1980, avancierten Bauhaus in den 1980ern zu den „Godfathers of Goth“. Den letzten großen Erfolg feierten sie 1983 mit dem Hit She's in Parties.[21] Nach der Auflösung der Band versuchte der verbliebene Teil, Gitarrist Daniel Ash und Schlagzeuger Kevin Haskins, unter dem Namen Tones on Tail sein Glück und veröffentlichte noch im selben Jahr die 4-Track-Single „Burning Skies“, die musikalisch eine experimentelle und psychedelisch durchtränkte Form des Gothic Rock bot. Tones on Tail lösten sich 1984 wegen band-interner Differenzen auf.[22]
Die dritte Band, die der Gothic-Bewegung wichtige Impulse gab, war Joy Division. Auch wenn Joy Division keine typische Gothic-Band waren, beeinflussten ihre beiden Werke „Unknown Pleasures“ (1979) und speziell „Closer“ (1980) das Genre nachhaltig. Nach dem Tod des Sängers Ian Curtis formierten die verbliebenen Bandmitglieder die Gruppe New Order, deren 1981er Debüt „Movement“ sich noch im Post-Punk-Rahmen bewegte und Bands wie The Danse Society oder Clan of Xymox als Quelle der Inspiration diente. New Order selbst wandten sich später dem Synthpop zu.
Zwischen 1980 und 1981 gründeten sich weitere Gruppen, wie die zuvor erwähnten The Danse Society, The Sisters of Mercy, Theatre of Hate, The March Violets oder Play Dead. Zurselben Zeit wandten sich UK Decay und The Cure, beides ursprünglich Formationen aus dem Punk- und Post-Punk-Umfeld, der wachsenden Gothic-Bewegung zu. UK Decays Wandel kann auf den Bauhaus-Song Bela Lugosi’s Dead zurückgeführt werden, von dem sich die Band begeistert zeigte.[23] Dieser Wandel tritt mit der 1980 veröffentlichten Single „Unexpected Guest“ ein. The Cure veränderten ihren Stil, nachdem sie 1979 zusammen mit Siouxsie & The Banshees einige Auftritte absolvierten und Robert Smith zeitweilig als Ersatz für den Banshees-Gitarristen John McKay einsprang.[24] Diese Veränderung machte sich knapp ein Jahr später auf der Single „A Forest“ und dem Album „Seventeen Seconds“ bemerkbar und gipfelte in den Veröffentlichungen „Faith“ (1981) und „Pornography“ (1982).
In den Jahren 1982 und 1983 brachten Gruppen wie Sex Gang Children, The Southern Death Cult, Cocteau Twins, Skeletal Family, Specimen, Gene Loves Jezebel (Promise, 1983) und Alien Sex Fiend erste Veröffentlichungen heraus. In dieser Zeit wurde Gothic erstmals auch als eigenständige Musikbewegung betrachtet. In London öffnete der Batcave-Club, der als Zentrum für lokale Gothic-Bands auch internationale Künstler, wie Nick Cave (The Birthday Party), Christian Death und die Virgin Prunes, um sich versammelte. Specimen tourten anschließend als Support für Christian Death in Los Angeles.
Schon in der Mitte der 1980er lösten sich jedoch viele führende Gothic-Bands auf oder veränderten ihren Stil.

„Mitte der 1980er war die Gothic-Szene ein Scherbenhaufen. Das Batcave war Vergangenheit, und mit ihm waren alle Bands verschwunden, die einmal an vorderster Front gestanden hatten.[25]“
– (Dave Thompson)

The Sisters of Mercy, die mit ihrem ersten Album First and Last and Always zu den Godfathers of Goth aufstiegen und damit die Nachfolge von Bauhaus antraten, trennten sich 1985 aufgrund bandinterner Streitigkeiten. Die Rest der Gruppe um Wayne Hussey gründete anschließend die Band „Sisterhood“, die sich nach einem Rechtsstreit mit Andrew Eldritch in The Mission umbenennen musste.[26] Eldritch beanspruchte den Namen „Sisterhood“ und veröffentlichte zusammen mit weiteren involvierten Musikern, wie Alan Vega und Patricia Morrison, das Album Gift.[27] The Mission konterten mit der Single „Serpents Kiss“, die bis auf Platz #1 der britischen Indie-Charts gelangte.[28] Etwa zur selben Zeit startete mit den Fields of the Nephilim (Burning the Fields, 1985) eine der einflussreichsten Gothic-Bands der späten 1980er und ein ernstzunehmendes Pendant zu den Sisters of Mercy.
The Southern Death Cult lösten sich 1983 auf. Ian Astbury gründete noch im selben Jahr die Gruppe Death Cult, die anschließend in The Cult umbenannt wurde, und konzentrierte sich auf den amerikanischen Markt. Mit dem Namenswechsel wandelte sich die Musik. Einzig das 1984er The-Cult-Debüt „Dreamtime“ weist mit Songs wie „Go West“ und „A Flower in the Desert“ noch die für Gothic Rock üblichen Klänge auf. Bands wie Gene Loves Jezebel und The Cure taten es ihnen gleich und streiften, um in den Vereinigten Staaten erfolgreich zu sein, ihr Gothic-Image ab.[29] Aus Skeletal Family (Anne-Marie Hurst) und einem Gründungsmitglied der Sisters of Mercy (Gary Marx) gingen Ghost Dance hervor, die pop-beeinflusste Rockmusik mit Gothic-Einflüssen boten.[30] Aus Mitstreitern von Gene Loves Jezebel (Julianne Regan) und Xmal Deutschland (Manuela Zwingmann) entstanden All About Eve[31], die nach einem Besetzungswechsel und den gothic-orientierten Songs End of the Day und D for Desire eine völlig neue Richtung einschlugen und sich zunehmend dem Folk Rock zuwandten.[32]
Nur wenige Gruppen, wie Red Lorry Yellow Lorry (aus dem Umkreis der Sisters of Mercy) oder The Rose of Avalanche (First Avalanche, 1985) versuchten seinerzeit den Gothic Rock weiterzuführen und um neue Elemente zu erweiterten.
Zweite Generation (1987-1997)
Eine zweite Welle des Gothic Rock wurde mit den ersten beiden Alben der Fields of the Nephilim, Dawnrazor (1987) und The Nephilim (1988), sowie einem Comeback der Sisters of Mercy eingeleitet. Letztere brachten mit Floodland (1987) ihr bis dahin kommerziell erfolgreichstes Werk heraus. Beide Bands erlangten denselben Status als Leitfigur für die kommende Gothic-Genreration, wie ihn einst Siouxsie & the Banshees oder Bauhaus für die erste Generation innehatten.[33] Auch der Erfolg des Albums Disintegration von The Cure, das im Frühling 1989 erschien, hatte Anteil an diesem Auftrieb und verhalf der Gothic-Bewegung zu einer neuen Blütezeit. Trotz seines Popcharakters stellt dieses Werk eine Rückkehr zur Grundstimmung der frühen Alben Faith und Pornography dar.[34]
Neue Bands, wie Altered States (Is Anyone Out There?, 1988), Every New Dead Ghost (River of Souls, 1989), Eyes of the Nightmare Jungle (Shadow Dance, 1989), Sins of the Flesh (First Communion – Into the Heart of Darkness, 1990), Nosferatu (The Hellhound EP, 1991), Rosetta Stone (An Eye for the Main Chance, 1991), Dream Disciples (Veil of Tears, 1991), Witching Hour (Hourglass, 1992), Suspiria (Allegedly, 1993), Children on Stun (Hollow, 1993) und Restoration (Tears & Ribbons, 1992), daraus hervorgegangen: Vendemmian (Between Two Worlds, 1993), ebneten den Pfad für die 1990er.[35]
Infolge neuer Musiktrends, wie Grunge, Madchester, Britpop und Techno, die bereits die Heavy-Metal-Bewegung der 1980er in den Untergrund zurückdrängten, hatten es diese Bands jedoch entscheidend schwerer und konnten kaum an die Erfolge ihrer Vorgänger anknüpfen.

„Der Durchbruch von Nirvana kam plötzlich und mit tiefgreifenden Auswirkungen – die Liste seiner Opfer war so lang wie das Jahrzehnt, das hinter ihm stand. Zwar war es letzten Endes kaum mehr als eine kurze kalte Dusche, aber für viele Bands war der Temperatursturz fatal und er zerstörte sie auf dieselbe Weise, wie Punk 14 Jahre zuvor auf jene Bands gewirkt hatte, deren Karrieren ebenfalls irreparable Schäden zurückbehalten hatten.[36]“
– (Dave Thompson)

Derweil wandten sich The Mission mit dem 1990er Album Carved in Stone endgültig vom Gothic Rock ab. Dieses Werk war deutlich von U2's The Joshua Tree beeinflusst und hatte, mit Ausnahme von Deliverance, keine gothic-relevanten Songs zu bieten.[37] Die Fields of the Nephilim lösten sich ein Jahr später infolge von Meinungsverschiedenheiten auf. Sänger Carl McCoy trennte sich vom Rest der Band, um sich seinem deutlich metal-lastigen Projekt The Nefilim zu widmen. 1992 versuchten die verbliebenen Mitglieder der Gruppe mit einer neuen Band namens Rubicon an frühere Fields-Werke anzuschließen. Das Debüt What Starts, Ends floppte und ging in der Masse der Gothic-Produktionen dieser Zeit unter.[38] Wieder ein Jahr später veröffentlichten auch die Sisters of Mercy aufgrund label-bedingter Schwierigkeiten ihre letzte Hitsingle Under the Gun. Schon drei Jahre zuvor hatten sie sich mit dem Album Vision Thing deutlich von ihrem Gothic-Sound gelöst. Auf diese Weise fielen sämtliche Speerspitzen der Gothic-Rock-Bewegung weg.
Dessen ungeachtet kam in der Mitte der 1990er eine Reihe weiterer Bands zum Vorschein, die musikalisch vor allem in die Fußstapfen der Fields of the Nephilim und The Mission traten oder versuchten, eine Brücke zwischen beiden Gothic-Generationen zu schlagen: Die Laughing (Glamour and Suicide, 1995), The Horatii (Riposte, 1995), 13 Candles (Come Out of the Dark, 1995), This Burning Effigy (To Bestial Gods..., 1996), Manuskript (The Diversity of Life, 1996), Seraphin Twin (The Chapter of Spoils, 1996), Return to Khaf'ji (From Darkest Sky, 1996), Cries of Tammuz (Dumuzi Awakens, 1996), Libitina (A Closer Communion, 1997) oder auch Passion Play (Name No Names EP, 1998) starteten als letzte Vertreter dieser zweiten Generation. Auftrittsmöglichkeiten boten seinerzeit das Whitby Gothic Weekend und das jährlich stattfindende, zweitägige Sacrosanct Festival im Astoria, London.
Eine weitere Gothic-Welle blieb in Großbritannien aus. Nur wenige Gruppen, wie The Ghost of Lemora (Reach for the Ground, 2004), Voices of MasadaAnother Day, 2006) und Corpse Cabaret, die sich überwiegend an den Wurzeln des Genres orientieren, gründeten sich zu dieser Zeit neu oder brachten erste Tonträger auf den Markt. Allerdings reformierte sich seit Ende der 1990er Jahre ein Teil der Gothic-Rock-Initiatoren, wie Bauhaus (Gotham, 1998), Siouxsie & The Banshees, Fields of the Nephilim (One More Nightmare / Darkcell AD, 2000), The Mission aber auch Red Lorry Yellow Lorry und The Cult, die sich zwischenzeitlich aufgelöst hatten, und konnte erfolgreiche, wenn auch weniger gothic-relevante Comebacks feiern.[39] (
Anders als in Großbritannien war der Gothic Rock in anderen Teilen der Welt nie kommerziell erfolgreich. Er agierte stets im Untergrund.
Vereinigte Staaten
Der Gothic Rock in den USA entwickelte sich primär innerhalb der Death-Rock-Bewegung, die sich während des Niedergangs des Punk im Raum Los Angeles ausbreitete.[40] Die unter der Bezeichnung Death Rock zusammengefassten Bands unterschieden sich jedoch zum Teil erheblich voneinander. Während Gruppen wie 45 Grave, The Flesh Eaters oder T.S.O.L. eine Musik boten, die den später als Horrorpunk bezeichneten Bands stark ähnelte, pflegten Gruppen wie Christian Death (Only Theatre of Pain, 1982), Super Heroines (Cry For Help, 1982) und Voodoo Church (Voodoo Church EP, 1982) einen deutlich gothic-beeinflussten Stil. Hierbei verschwammen spätestens ab der Mitte der 1980er Jahre die Grenzen zwischen den Genres, als Christian Death 1984 durch Europa tourten und sich führende britische Bands für den amerikanischen Markt öffneten.[41] Repräsentativ für diese Überschneidung waren die Veröffentlichungen der Formation Carcrash International mit Mitgliedern der Bands Sex Gang Children und Christian Death.
Etwa zur selben Zeit starteten Gruppen wie Mephisto Walz (Mephisto Walz, 1986), Screams for Tina (Strobelight Funeral, 1986) und Requiem in White, die sowohl frühe Death-Rock-Bands als auch britische Gothic-Gruppen zu ihren Einflüssen zählten. Ein besonderer Einfluss bildete der Hardcore Punk[42], durch den sich viele Vertreter des American Gothic von den britischen Gothic-Rock-Bands abhoben und der die Musik deutlich härter erscheinen ließ. 1988 veröffentlichte das amerikanische Label BOMB! unter dem Titel American Gothic auch eine Compilation, die einen Teil dieser Künstler zusammenfasst.
Bands wie Red Temple Spirits (Dreaming to Restore an Eclipsed Moon, 1988), Death Ride 69 (Elvis Christ, 1989), Ex-Voto (Don't Look Back, 1990), The Wake (Harlot, 1990) und Blade Fetish (Absinthe, 1992), mit Mitgliedern von Trance to the Sun und This Ascension, verfolgten den eingeschlagenen Weg weiter. Aus Requiem in White gingen die Gruppen Judith (Föhn, 1995) und Mors Syphilitica (Mors Syphilitica, 1996) hervor. Rozz Williams (ehemaliger Sänger von Christian Death) gründete zusammen mit Eva O (Super Heroines) die Combo Shadow Project.
Speziell mit den schleppenden und effektreichen Produktionen von Requiem in White, Mors Syphilitica, This Ascension und Trance to the Sun entstand „ein immer ätherischer werdender Sound mit einer gelegentlich etwas stickigen Atmosphäre“[43], der in den USA als „Ethereal“ und im deutschen Sprachraum als „Ethereal Wave“ bezeichnet wurde. Hierbei ist der Einfluss europäischer Gruppen, besonders des 4AD-Labels, wie Cocteau Twins, Dead Can DanceThis Mortal Coil sowie The Cure und All About Eve, entscheidend stärker als der des Death Rock. Tess Records, das Label von Faith & The Muse, beschäftigte sich in den 1990ern mit dieser Art der Musik, ein weiteres Label war Projekt Records, das mit ähnlichen Bands wie Lycia und Love Spirals Downwards aufwartete. und
Faith & The Muse (Elyria, 1994), ebenfalls aus dem Umfeld von Christian Death und Mephisto Walz stammend, erweiterten unter dessen ihr Output um Ethno- und Neoklassik-Elemente. The Moors (The Moors, 1998) beschritten einen ähnlichen Weg und verknüpften Gothic Rock mit gälischer und bulgarischer Folklore.
Deutschland
In Deutschland starteten die ersten Bands im Gothic-Stil bereits 1979 und somit nahezu parallel zur britischen Szene. Insbesondere Bands wie Geisterfahrer (1979), Xmal Deutschland (1980), Leningrad Sandwich (1980), Belfegore (1982), Asmodi Bizarr (1983), Marquee Moon (1984) oder die kurzlebigen Calling Dead Red Roses (1985) waren Aushängeschilder der deutschen Untergrundbewegung.
1980 formierte sich in Hamburg die Band Xmal Deutschland, die vor allem im englischen Raum Erfolge feierte und deren Hit Incubus Succubus noch heute die Tanzflächen füllt. Neben der ebenfalls aus Hamburg stammenden Band Geisterfahrer und den Düsseldorfern Belfegore zählte sie zu den ersten deutschen Gothic-Bands während der Zeit der Neuen Deutschen Welle.
Die in Berlin ansässigen Leningrad Sandwich wurden vor allem durch ihre beiden Alben „Heat“ (1982) und „Steps“ (1983) bekannt. Bassist der Band war Dimitri Hegemann, der in den 1990er Jahren im Techno-Umfeld als Besitzer des Tresor-Clubs von sich Reden machte.
In der zweiten Hälfte der 1980er verschwanden viele dieser Bands oder waren für das Genre uninteressant geworden. Nur wenige Gruppen, wie die Girls Under Glass, die um etwa 1986 aus den Calling Dead Red Roses hervorgingen und 1988 ihren Erstling „Humus“ veröffentlichten, das Quartett Stimmen der Stille, das 1987 mit der LP „Morgenstern“ sein einziges Album herausbrachte, oder die Combo Arts & Decay, die 1988 mit „Trail of Tears“ ihr Debüt vorlegte, waren zu dieser Zeit aktiv und überregional bekannt.
1989 deutete sich ein Aufschwung an, der einige Jahre später eine Blütezeit erlebte: Unzählige Newcomer wie Love Like Blood, Swans of Avon, The Garden of Delight, Catastrophe Ballet, The Tors of Dartmoor, Dronning Maud Land, The House of Usher, The Merry Thoughts, Head on Fire, Still Patient?, Age of Heaven oder Moonchild beherrschten den deutschen Gothic-Untergrund für das kommende halbe Jahrzehnt.
Zwischen Mitte und Ende der 1990er wurde eine starke Rückbildung des Gothic Rock auf globaler Ebene verzeichnet, auch Deutschland blieb davon nicht verschont. Nur einzelne Gruppen, wie Lady Besery’s Garden (Perceptions, 1996), Morbid Poetry (Pilgrims, 1996), Fallen Apart (Resistance, Dependence, Defeat, 1996), Capital Hell (Stories of Passion & Seriousness, 1997) und Vermillion Fields (Veiled, 1998), brachten noch Alben auf den Markt. Anderen Bands, wie Cadra Ash, fehlte es an Möglichkeiten, um die Veröffentlichung eines Albums zu finanzieren. Damit ging die Gothic-Ära in Deutschland vorerst zu Ende.
Im neuen Jahrtausend zeigte sich überraschend ein Revival im alten Stil: Gruppen wie Zadera oder Bloody Dead And Sexy berufen sich auf die Wurzeln des Genres im Punk und verknüpfen den frühen Gothic Rock mit den Produktionsmöglichkeiten der heutigen Zeit. Weitere hingegen, wie Beyond the Wall of Sleep (Rock at a Dead Place, 2002), veröffentlichten, trotz ihrer Aktivitäten in den 1990er Jahren, erst in dieser Dekade ihr Debüt.
Bedeutende Vertreter

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Alien Sex Fiend (nur partiell)
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Bauhaus
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The Brotherhood of Pagans
*
Calling Dead Red Roses
*
Catastrophe Ballet (bis 1993)
*
Cinema Strange
*
Cocteau Twins (teilweise bis 1984)
*
Clan of Xymox (1984/1986)
*
Corpus Delicti (bis 1995)
*
The Cure (1982)
*
The Danse Society
*
Dronning Maud Land (bis 1994)



*
Faith and the Muse (bis 2001)
*
Fields of the Nephilim (bis 1990)
*
The Garden of Delight (bis 1996)
*
Gene Loves Jezebel
*
The House of Usher
*
Kiss the Blade
*
Lady Besery’s Garden (bis 1998)
*
Love Like Blood (bis 1992)
*
Lucie Cries
*
Marquee Moon
*
Mephisto Walz
*
Moonchild (bis 1996)



*
Nosferatu
*
Play Dead
*
The Prophetess (bis 1996)
*
Red Lorry Yellow Lorry
*
The Rose of Avalanche
*
Rosetta Stone (bis 1993)
*
Scarlet’s Remains
*
Screams for Tina
*
Sex Gang Children
*
Siouxsie & The Banshees
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The Sisters of Mercy (bis 1987)
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Skeletal Family



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The Southern Death Cult
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Specimen
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Swans of Avon (bis 1995)
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Theatre of Hate
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This Burning Effigy (bis 2001)
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The Tors of Dartmoor (bis 1996)
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Two Witches (bis 1995)
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UK Decay
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Vendemmian (bis 1996)
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Virgin Prunes
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Witching Hour
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Xmal Deutschland (bis 1985)

Einfluss
Der Gothic Rock initiierte die Herausbildung des Gothic Metal. Diese Form der Musik entstand in der ersten Hälfte der 1990er Jahre, nachdem verschiedene Bands aus dem Doom- und Death-Metal-Umfeld Elemente des Gothic Rock aufgriffen. Wegweisend waren hierbei Paradise Lost, My Dying Bride und Tiamat, die mit Frauengesang, Growling und an Filmmusik erinnernden Keyboard-Klängen arbeiteten. Umgekehrt unternahmen Bands aus dem Gothic-Rock-Umfeld, wie Love Like Blood, Dreadful Shadows oder The Nefilim, ein Nachfolgeprojekt der Fields of the Nephilim, ähnliche Versuche, indem sie Metal-Elemente mit konventionellem Gothic Rock verknüpften.
Anmerkungen zum Begriff
Ursprung
Der Ursprung des Begriffes „Gothic“ in Bezug auf einen Musikstil aus dem Post-Punk-Umfeld ist nicht ganz geklärt, unterschiedlichen Quellen zufolge sollen es Martin Hannett, der Produzent der Gruppe Joy Division, oder Siouxsie Sioux, Sängerin der Gruppe Siouxsie & The Banshees, gewesen sein, die in Interviews in Bezug auf diese Bands zuerst den Begriff „Gothic“ als Beschreibung der Musikstile eben jener Bands benutzt haben.
Anderen Quellen zufolge soll die Bezeichnung bereits 1974 im Zusammenhang mit dem Album „Diamond Dogs“ von David Bowie aufgetaucht sein. Laut Aussagen von Abbo (Sänger der Band UK Decay) war „Gothic“ in London der frühen 1980er ein Insiderbegriff einer kleinen Szene rund um die Bands UK Decay, The Southern Death Cult, Gloria Mundi, Sex Gang Children und Bauhaus. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, das der Begriff „Gothic“ seinen Ursprung in einem Journalistenkommentar hat, der die Fans der Band Sex Gang Children als Goths bezeichnet hatte, da der Sänger der Band unter dem Namen „Count Visigoth“ bekannt war.
Etablierung
Bis in die Mitte der 1980er Jahre blieb Gothic zunächst ein Begriff, der hauptsächlich in England sporadisch zum Einsatz kam. In anderen westeuropäischen Ländern wurden Bands wie Joy Division oder Siouxsie & The Banshees primär unter der Bezeichnung New Wave vermarktet, etwa gleichzeitig zu Gothic etablierte sich auch der weitumfassendere Begriff Dark Wave, der dunkle Rockmusik und Elektronik gleichermaßen abdeckte.








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